Dringend nötig: Neue Ansätze für die Heim-Patientenversorgung

Bundesweit stehen überlastete Hausärzte Pflegeheimen gegenüber, die händeringend nach Haus- und vor allem Fachärzten suchen. Schließlich gilt es, die medizinische Versorgung sicherzustellen. In einem Beitrag der ÄrzteZeitung vom 08.04.15 heißt es dazu: „Abhilfe könnte der Abschluss von gesetzlich möglichen Sondervereinbarungen zwischen Ärzten, Pflegekassen und Heimen schaffen, die Pflegeeinrichtungen einen festen Kooperationsarzt sichern würden.“

Bisher aber bestehen nur wenige Sonderverträge. Zu hoch die Krankheitslast der Pflegeeinrichtungen, zu betreuungs- und kostenintensiv die Patienten in den Einrichtungen... „Wir übernehmen prinzipiell keine Heimbewohner.", sei das Statement mancher Arztpraxen, erklärt Nadine Lopuszanski. Sie leitet eine Pro Seniore-Einrichtung im thüringischen Arnstadt und nennt das größte Problem: "Auf einmal hatten wir niemanden, der ein Rezept ausstellt."

Doch worin liegt der Ursprung dieses Problems und warum treten die beschriebenen Engpässe oft so plötzlich auf? Im Artikel der ÄrzteZeitung werden zwei Hauptgründe genannt. Demnach entstünden die genannten Versorgungsengpässe vor allem dann, wenn die Ärzte aus ihrem Berufsleben ausscheiden und kein Nachfolger zur Verfügung steht. Darüber hinaus müsse oft ein neuer betreuender Arzt gefunden werden, wenn eine pflegebedürftige Person (aufgrund Ihres Einzuges in eine Einrichtung) in eine neue Stadt zieht. Hinzu kommt die Problematik, dass Ärztegruppen, die für ältere Personen meistens von erhöhter Relevanz sind (Neurologen, Augenärzte, Urologen) nicht auf Hausbesuche ausgerichtet sind.

Damit es in diesen Bereichen zu keinem flächendeckenden Notstand kommt, müssten die Fachärzte ihre Praxis so umstrukturieren, dass sie sich Zeit für Pflegeheimbesuche "freischaufeln" können. Was in der Theorie leicht klingt, stellt sich in der Realität als nicht ganz unproblematisch dar. Gespannt beobachten wir die weiteren Entwicklungen auf diesem Gebiet und die Maßnahmen, die ggf. ergriffen werden.

Den kompletten Artikel der ÄrzteZeitung können Sie hier nachlesen.

 

Foto: Flickr/ Alois Plattner(CC-Lizenz BY 2.0)
Text: Carolin Makus

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