Die pittoreske Fassade der Seniorenresidenz Eberswalde hat einen ebenso kunterbunten Inhalt

Trübes Wetter - gute Laune

Schon kurz bevor ich die Hauptstraße durch das gemütliche Schorfheide in eine kleine Familienwohnsiedlung verlasse, wird mein Blick automatisch von den gewohnt hellen ProCurand-Farben angezogen, in dem das größte Gebäude der Siedlung gestrichen ist. Da bedarf es nicht mehr viel Beobachtungsgabe um genau zu wissen, dass ich am Ziel angekommen bin: die Seniorenresidenz Eberswalde. Trotz des trüben Wetters treffen unser Fotograf Thilo und ich auf zwei sich fröhlich unterhaltende Herren auf einer Sitzbank vor der Eingangstür. Da kann man beinahe nicht anders, als kurz für ein Pläuschchen inne zu halten - natürlich auch, um mir in aller Ruhe ein Bild von der Umgebung und die Residenz selbst machen zu können.

 

Willkommen in der Seniorenresidenz Eberswalde

Gesellige Tischrunde...

Da Einrichtungsleiter Herr Musielak an unserem Besuchstag aus dienstlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, werden wir von der Pflegedienstleitung Frau Schmidt in Empfang genommen und in die Residenz geleitet. Vorbei an der Rezeption werden wir in die erste Etage geführt, wo wir in einem großen Gesellschaftsraum auf eine große Bewohnergruppe treffen, die sich gesellig kreuz und quer über den langen Tisch unterhält und sich sichtlich amüsiert. Auch ich werde direkt mit in das dynamische Gespräch einbezogen und begeisterte mit meiner gewohnt charmanten Art ;-)

Die große Gartenanlage ist vor allem im Sommer ein beliebter Treffpunkt der BewohnerInnen und der Pflegekräfte

...mit ernsten Themen

Nachdem ich, assistiert durch die engagierte Alltagsbegleiterin Frau Schiele, die Erfahrungen der BewohnerInnen mit der Residenz in Form unserer Bewertungskarten gesammelt habe, werde ich von einer Bewohnerin gefragt, was ich von den Zuständen der Pflege heutzutage halte. Aus dieser Frage und meiner Antwort entbrennt recht schnell eine hitzige und spannende Diskussion, in der sich die meisten einig sind: es muss etwas an der aktuellen Pflegesituation getan werden! "Hier ist doch auch alles gut, wieso kann das nicht überall so sein?", fragte eine Bewohnerin. Doch auf diese Frage und noch viele andere habe weder ich als studierter Gerontologe noch jemand anderes eine Universalantwort.

In der Seniorenresidenz Eberswalde trifft man nicht nur in der Blumenallee auf äußerst freundliche Gesichter

Abschied mit Ausblick

Auch lange nach dem Abschied klingelt diese Frage noch in meinen Ohren. Aber wenn ich mal ein ruhiges Örtchen zum Nachdenken brauche, weiß ich, dass sich der Naturraum Schorfheide perfekt dafür eignen würde - ebenso wie er sich zum perfekten Ausflugsziel für die BewohnerInnen der Seniorenresidenz Eberswalde eignet. 

Wie sieht es bei Ihnen aus? Herr Musielak im Interview

Da ich aber nicht der Einzige sein möchte, der im Rahmen dieses Vor Ort-Besuches mit Fragen durchlöchert wird, lade ich Heimleiter Herr Musielak noch zu einem interessanten Telefoninterview:

werpflegtwie: Herr Musielak, zu Ihrem Werdegang: Wollten Sie schon immer Einrichtungsleitung werden?

Herr Musielak: Da ich gelernter Krankenpfleger bin, war ich in vielen verschiedenen Institutionen, bevor ich zu ProCurand kam.
Anschließend an meine Arbeit als Krankenpfleger in einem Krankenhaus war ich in der Altenpflege in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Pflegedienstleitung tätig. Seit zweieinhalb Jahren bin ich als Einrichtungsleiter in der ProCurand Seniorenresidenz Eberswalde beschäftigt.

werpflegtwie: Was macht Ihre Position aus? Was ist Ihre wichtigste Tätigkeit?

Herr Musielak: Die Nähe und der Kontakt zu allen Anspruchsgruppen. Dazu gehören unsere BewohnerInnen, MitarbeiterInnen, deren Angehörigen, aber auch unsere Partner wie Apotheken, Sanitätshäuser und Ärzte. Durch diesen persönlichen Kontakt erhält man die Möglichkeit, in seiner Leitungsposition etwas zu bewegen, etwas zu verbessern.
Einen merklichen Einfluss auf verschiedenste Abläufe und die dauerhaft gute Qualität zu haben, macht meine Position für mich aus.

werpflegtwie: Was macht Ihnen in Ihrer Position als Einrichtungsleitung am meisten Freude?

Herr Musielak: Wie gesagt: der Kontakt und die Möglichkeit selbst anzupacken. Viele Arbeitnehmer sind unzufrieden und können sich kaum entfalten. Ich möchte einen Ort schaffen, wo sich alle Mitarbeiter und vor allem auch unsere Bewohner im Alter wohlfühlen.

werpflegtwie: Was ist für Sie das Besondere an Ihrer Einrichtung?

Herr Musielak: Unser Haus ist dörflich gelegen. Es ist das einzige größere Objekt inmitten einer kleinen Einfamilienhaussiedlung. Aufgrund unserer markanten farblichen Gestaltung nimmt uns jeder, der an der Einrichtung vorbei fährt, positiv wahr. In der Region selbst sind wir wohl bekannt, wir gehören hier zu den größeren Arbeitgebern. Außerdem finde ich unser Konzept schön: Bei uns gibt es Service Wohnen und stationäre Pflege unter einem Dach. So kommt eine familiäre Atmosphäre zustande.

werpflegtwie: Was ist hier Ihr Lieblingsort?

Herr Musielak: Das ist unser Plauderstübchen - ein kleines Café für Bewohner des Service-Wohnens und der stationären Pflege. Besucher aus dem Ort sind hier auch sehr willkommen!
Wir haben zudem einen neuen Pavillon im Garten. Da werden wir uns im Sommer oft im Außenbereich aufhalten.

werpflegtwie: Was haben Sie mit Ihrer Einrichtung noch vor?

Herr Musielak: In der Einrichtung hat sich in den letzten Jahren schon viel getan. Räume, die nicht genutzt wurden, wurden zu wohnlichen 1-Zimmer-Apartments umgebaut und wir versuchen auch weiterhin alle ungenutzten Flächen zu schönen Einzelzimmer umzugestalten. Wir wollen die Einrichtung technisch und baulich auf dem neusten Stand halten. Dazu gehört auch, dass wir nach und nach alle Bereiche modernisieren und wohnlicher gestalten. Die gängigen Pflegestandards werden dabei natürlich erfüllt.
Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit ist genauso wichtig wie die Zufriedenheit der Bewohner – und so sollen sich alle wohl fühlen.

werpflegtwie: Altenpflegeeinrichtungen haben keinen guten Ruf. Sowohl was die Arbeitsplatzattraktivität, den Professionalisierungsgrad der Unternehmen als auch die Lebensqualität für die Bewohner angeht.
Der Fachkraftmangel in der Pflege stellt jede Einrichtung vor Herausforderungen. Für Einrichtungen wird es immer schwieriger, Pflegekräften einen Arbeitsplatz zu ermöglichen, in dem sie ihren Beruf ihren professionellen Ansprüchen entsprechend tätig sein können:
Was machen Sie, damit Ihre Mitarbeiter das tun können?

Herr Musielak: Wir erstellen einen Fortbildungsplan für das komplette Jahr – hier werden sowohl alle regelhaften Fortbildungen als auch alle Fortbildungswünsche der Mitarbeiter berücksichtigt. Einmal im Jahr finden Personalgespräche statt. Hier fragen wir gezielt nach: Wo gibt es Defizite, wo liegen die Interessen, gibt es spezielle Wünsche hinsichtlich des Fortbildungsplans. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, seine Wunsch-Fachfortbildungen zu äußern und wir ermöglichen ihm diese.

werpflegtwie: Wie organisieren/unterstützen Sie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen in Ihrem Haus – Pflegekräften, Sozialer Dienst, Betreuungskräfte - sowie Angehörigen und Ehrenamtlichen?

Herr Musielak: Da haben wir eine allgemeine ProCurand Besprechungsmatrix: einmal am Tag setzen wir uns in einer fachübergreifenden Sitzung zusammen. Da wird besprochen, wie die Lage ist und ob es allen Bewohnern gut geht. Auch allgemeine Themen aus allen Bereichen wie der Hauswirtschaft werden besprochen. Jeden Monat findet noch eine weitere bereichsinterne Teamsitzung statt.
Bewohnerbezogene Fachgespräche gibt es bei Bedarf auf den einzelnen Wohnbereichen.

werpflegtwie: Uns interessiert dabei natürlich auch immer, welche Strategien Sie zur Konfliktbewältigung anwenden? Haben Sie Mediatoren, Streitschlichter oder ähnliches?

Herr Musielak: Wir haben in unserem Team ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis. Wenn es Streit gibt, klären das die Konfliktparteien meist sachlich unter sich. Ansonsten sind wir als Führungskräfte immer da. Wir setzen im kleinen Kreis zum Gespräch zusammen – kein großes Team. Gemeinsam suchen wir eine Lösung und es kann jeder offen Kritik äußern. Wenn dennoch alle Stricke reißen sollten, kann man über einen Mediator nachdenken.

werpflegtwie: Wie stehen Sie zum Begriff „Pflege 4.0“ / Digitale Pflege?

Herr Musielak: Die Digitalisierung sehe ich als Chance – begrenzt auf unterstützende technische Möglichkeiten bei Dokumentation oder Assistenz bei der Pflege. Eine Grenze ist dann bei Übernahme der eigentlichen pflegerischen Aufgaben durch einen Computer oder eine Maschine erreicht.
Es gibt bisher aber schon schöne Möglichkeiten und ich bin gespannt, was noch kommt. Wir bekommen von der Apotheke bereits auch schon die Medikamentendosen  vorgefertigt geliefert, die digital genauestens portioniert wurden. Das ist eine große Erleichterung, da das händische Abzählen wegfällt. Hoffen wir, dass die Digitalisierung sich so weiterentwickelt, dass sie zur Zufriedenheit aller beiträgt.

werpflegtwie: Vielen Dank für Ihre ehrlichen Antworten.


Sie wollen sich von der ProCurand Seniorenresidenz Eberswalde selbst überzeugen? Dann lesen Sie sich doch einfach rein: Hier können Sie sich vorab Erfahrungsberichte von Bewohnern und Mitarbeitern ansehen und direkt Kontakt aufnehmen: Seniorenresidenz Eberswalde

Alle Pflege-Anbieter, die auch Lust auf einen werpflegtwie-Besuch und ganz viele interessante Bewertungen bekommen haben, schreiben uns bitte an ​info@werpflegtwie.de. Vielleicht sind wir dann auch demnächst bei Ihnen.

Text: Marius Müller
Fotos: Thilo Mössner

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