Auch die zweite Einrichtung in Engelsbrand weiß wie man seine Bewohner zufrieden stimmt

Anders, doch vertraut

Anders als gewohnt halte ich nicht vor einer reinen Altenpflegeeinrichtung, sondern vor einem Fachpflegeheim speziell für psychiatrisch und demenziell erkrankte Menschen – am Rande von Engelsbrand. Von außen fühle ich mich direkt wohl - die Einrichtung liegt an einer kleinen Lichtung am Waldrand und obwohl das Wetter nicht so mitspielt wie es sollte, wiegen sich die Bäume ruhig beschützend um das Fachpflegeheim.


Willkommen im Fachpflegeheim Engelsbrand - hier ist man auch bei schlechtem Wetter willkommen

Leitungswechsel

Ich bin gespannt, was mich erwartet. Direkt am Eingang werde ich von einer Bewohnerin herzlich begrüßt und zum Büro der Hausleitung geführt. Man hat uns wohl schon aus der Ferne entdeckt, denn Hausleiterin Frau Wagner weiß um meine Ankunft, begrüßt mich und leitet mich direkt an die neue Hausleitung Frau Öhlschläger weiter, welche von nun an anstelle von Frau Wagner das Fachpflegeheim Engelsbrand leiten wird.


Die farblich anschauliche Cafeteria hat genügend Platz für alle Bewohner und lädt ein, sich zu einem Kaffeplausch zu treffen. (Anm. d. R.: Der Kaffee schmeckt!)

Mit Kaffee ins Abenteuer

Nach kurzer Begrüßung werde ich von Frau Öhlschläger direkt in die große Cafeteria geführt, in welcher ich – ausgestattet mit Gratis-Kaffee – mich mit mehreren Bewohnern unterhalten kann um mit ihnen unsere Bewertungskarten auszufüllen. Vorbei geht es an einem Werk- und Bastelraum, einem großen Aquarium bewohnt von einem wahrlich großen Fisch sowie an zwei freundlich grüßenden Bewohnern, welche gerade am hausinternen Kiosk auf ihre Bestellung warten.


Nicht nur Fisch "Emil" fühlt sich pudelwohl im Fachpflegeheim Engelsbrand

Haus der Werte

Dass die Stimmung und der Umgang miteinander im Fachpflegeheim Engelsbrand allgemein herzlich sind, zeigen mir nicht nur die Bewohner. Wie die Pflegekräfte mit den Bewohnern sprechen und mit ihnen agieren, während ich meine Runden durch das Haus gehe, verdeutlicht, dass hier von allen Parteien sehr viel Wert auf Respekt und Zwischenmenschlichkeit gelegt wird.


Marius von werpflegtwie im Gespräch mit einer Bewohnerin des Fachpflegeheims Engelsbrand

Frau Öhlschläger im Interview

Als Abschluss meines Besuches habe ich Frau Öhlschläger, die neue Heimleitung, um Antworten auf ein paar Fragen gebeten:

werpflegtwie: Wie war Ihr Werdegang?
 
Frau Öhlschläger: Bereits während meiner Schulzeit habe ich mich sehr für das Thema Pflege interessiert und meine Schulpraktikas im Fachpflegeheim hier in Engelsbrand absolviert. Nach meinem Realschulabschluss startete ich dann die Ausbildung zur staatlich anerkannten Altenpflegerin und habe anschließend für eine kurze Zeit im Fachpflegeheim als Altenpflegerin gearbeitet. Während dieser Zeit hat die Evangelische Heimstiftung ein privates Haus im Nachbarort übernommen. Dort wurden Pflegefachkräfte benötigt. Aus diesem Grund habe ich dann die Einrichtung innerhalb der EHS gewechselt. Da im Haus Talblick ebenfalls eine WBL gesucht wurde hatte ich mich damals auf die Stelle beworben und eine Zusage erhalten. Vom Herbst 2009 bis zum Sommer 2011 habe ich die Weiterbildung zur Leitung einer Pflege- und Funktionseinheit besucht und erfolgreich abgeschlossen. Das Haus Talblick, welches zunächst seinen Standort im Ortsteil Grunbach hatte, konnte zum 01.09.2009 in die neu erbauten Räumlichkeiten nach Salmbach umziehen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, am Neuaufbau und an der Gestaltung des Haus Talblick mitzuwirken, was sehr interessant war und mir große Freude bereitet hat. Da die damalige HD nach kurzer Zeit die Einrichtung verlassen hatte, habe ich dort bereits während meiner Weiterbildung die Funktion der PDL übernommen. Während dieser Zeit wurde ich von Kolleginnen und Kollegen der EHS sehr gut begleitet, sodass ich im Juli 2011 die Funktion der PDL und HD in Personalunion übernehmen konnte. Zum 01.03.2018 wird sich meine Kollegin, Frau Martina Wagner, vom Fachpflegeheim in Engelsbrand in den Ruhestand verabschieden und ich kann in anderer Funktion zu meinen Wurzeln zurückkehren. Ab dem 01.03.2018 werde ich die Nachfolge antreten und das Fachpflegeheim Engelsbrand als Hausdirektorin übernehmen. Über diese neue Herausforderung freue ich mich sehr.
 
werpflegtwie: Was haben Sie mit Ihrer Einrichtung in Zukunft vor?
 
Frau Öhlschläger: Das Fachpflegeheim Engelsbrand ist bereits gut in die Gemeinde Engelsbrand integriert und verfügt über eine sehr gute Organisationsstruktur. Ich spüre, dass die Mitarbeiter hier gerne zur Arbeit kommen und dass sich die Bewohner wohl fühlen. In der kommenden Zeit wird uns sicherlich die Zentralisierung der Verwaltungsprozesse, die weitere Entbürokratisierung der Pflege und die Gestaltung des EHS Konzept „Leben und Wohnen in Gemeinschaft“ begleiten. Auch die Weiterentwicklung der Pflegequalität und die Implementierung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in unsere tägliche Arbeitet begleitet uns stets. Als gelernte Altenpflegerin, ist mir das eine große Herzensangelegenheit.
 
werpflegtwie: Woran machen Sie einen guten Pflege- und Betreuungsanbieter fest?
 
Frau Öhlschläger: Eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre, hohe Fachlichkeit und Zeit für Begegnung sind von zentraler Bedeutung für einen guten Pflegeanbieter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen gerne zur Arbeit kommen und die Möglichkeit zur Entwicklung erhalten. Nur so kann eine positive Atmosphäre entstehen, in der sich unsere Kunden wohlfühlen und Besucher gerne zu uns kommen. Ein an den christlichen Werten geprägter Umgang, den die Menschen vor Ort erleben sollen, ist mir wichtig. Auch die stetige Weiterentwicklung der Pflege- und Betreuungsqualität, machen einen guten Pflegeanbieter aus. Nicht nur die externen Qualitätsprüfungen sind zur Überprüfung der erbrachten Leistung nötig, sondern vielmehr die regelmäßige interne Evaluation der Ergebnisqualität. Die Mitarbeiter sollen die Möglichkeit haben ihre Ideen und Fertigkeiten einzubringen und die Anregung aller soll stets willkommen sein. Bei der Evangelischen Heimstiftung arbeite ich bereits seit vielen Jahren und habe das Unternehmen als sehr guten Pflegeanbieter und Arbeitgeber kennengelernt.
 
werpflegtwie: Was ist das besondere an Ihrer Einrichtung?
 
Frau Öhlschläger: Das Fachpflegeheim Engelsbrand ist eine der wenigen geschützten Einrichtungen für psychiatrisch erkrankte und demenziell erkrankte Menschen. Wir möchten unseren Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und ihnen dennoch die benötigte Sicherheit und Betreuung bieten. Es wird großen Wert darauf gelegt, die hier lebenden Menschen, in den Tagesablauf einzubeziehen. Innerhalb der Einrichtung und der Anlage können sich die Bewohner stets frei bewegen. Im Vergleich zu anderen Einrichtungen wird für die Aufnahme eine Betreuung oder Generalvollmacht, sowie eine vormundschaftsrichterliche Genehmigung benötigt.
 
werpflegtwie: Wie versuchen Sie als Institution den vielfältigen Bedürfnissen der Bewohner und ihren Angehörigen gerecht zu werden?
 
Frau Öhlschläger: Die Wünsche und Anliegen unserer Bewohner und deren Angehörige sind jeder Zeit herzlich Willkommen. Dadurch können wir eine individuelle, an Bedürfnissen orientierte Pflege erbringen. Der diakonische Gedanke soll durch unsere Arbeit erlebbar sein. Wir pflegen ein durch Vertrauen und Respekt geprägtes Miteinander.
 
werpflegtwie: Wie organisieren/ unterstützen Sie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen in Ihrem Haus- Pflegekräften, Sozialer Dienst, Betreuungskräfte- sowie Angehörigen und Ehrenamtlichen?
 
Frau Öhlschläger: Der Bewohner stet bei uns stets im Mittelpunkt. Aus diesem Grund gehört zu unserer täglichen Arbeit die Durchführung von berufsübergreifenden Besprechungen, wie auch die Durchführung von Fallbesprechungen. Hierzu werden alle an der Pflege und Betreuung beteiligten, die Hausärzte, Therapeuten, Seelsorger, das Ehrenamt und die Angehörige stets eingebunden. Somit können die verschiedenen Sichtweisen berücksichtigt, abgewogen und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Des Weiteren finden regelmäßige Angehörigenabende und diverse Veranstaltungen statt.
 
werpflegtwie: In welchen Bereichen möchten Sie mit Ihrer Einrichtung ein „Best Practice Beispiel“ sein? Was ist ihr Wunsch, Ihre persönliche Vision für die Zukunft der Pflege?
 
Frau Öhlschläger: Das Fachpflegeheim Engelsbrand konnte im vergangenen Jahr sein 60 jähriges Jubiläum feiern. In dieser Zeit ist großer Ehrfahrungsschatz entstanden, den es zu bewahren gilt. Die Einrichtung ist sehr gut organisiert. Ich konnte die Bewohner und die Mitarbeiter bereits kennenlernen und kann sagen, dass sie sich in dieser Einrichtung wohlfühlen. Die Person- zentrierte Gestaltung der Pflege- und Betreuung nach dem Wohngruppenkonzept, die dazugehörige Einbindung der Bewohner in den Tagesablauf und ein liebevoller Umgang sollen die Einrichtung auch in der Zukunft begleiten und weiter ausgebaut werden.

werpflegtwie: Vielen lieben Dank für Ihre ausführlichen Antworten, Frau Öhlschläger.

Nachdem ich mich von Frau Öhlschläger verabschiedet habe, überdenke ich auf der Heimfahrt noch einmal den Besuch im Fachpflegeheim Engelsbrand und stelle mir die Frage, wie viele Bewertungspunkte Emil wohl für sein Zuhause in Engelsbrand vergeben hätte.


Sie wollen sich vom Fachpflegeheim Engelsbrand selbst überzeugen? Dann lesen Sie sich doch einfach rein: Hier können Sie sich vorab Erfahrungsberichte von Bewohnern und Mitarbeitern ansehen und direkt Kontakt aufnehmen: Fachpflegeheim Engelsbrand

Alle Pflege-Anbieter, die auch Lust auf einen werpflegtwie-Besuch und ganz viele interessante Bewertungen bekommen haben, schreiben uns bitte an ​info@werpflegtwie.de. Vielleicht sind wir dann auch demnächst bei Ihnen.

Text: Marius Müller
Fotos: Miroslav Dakov

Aktuelle Bewertungen
  • 15. Dezember 1 von 5

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    Bielefeld Altenzentrum Leithenhof
  • 13. Dezember 5 von 5 LIMBACH SENIORENZENTRUM K.V.HOHENSTADT
  • 13. Dezember 2,5 von 5

    „....Gott Behüte für Wachkomapatieten! Das ist Personal total überfordert. Die kommen nicht einmal mit normal Sauerstoffpatienten klar... Schade eigentlich! Es ist ein schönes Heim und die Mitarbeiter geben sich sehr viel Mühe, aber geschult für Sauer“

    Saal Alten- und Pflegeheim Saal
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